Asset Allocation – Geldanlage in Cash, Obligationen und Aktien

Asset Allocation – Geldanlage in Cash, Obligationen und Aktien
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Unter Asset Allocation wird die Geldanlage über verschiedene Anlageklassen wie Cash, Obligationen und Aktien verstanden. Die optimale Asset Allocation ist für Sie als Anleger enorm wichtig: Der allergrösste Teil von Kursschwankungen und ein gewichtiger Teil der Rendite eines Portfolios wird durch die Asset Allocation bestimmt.

Wenn Sie über ein Vermögen von CHF 100‘000 oder höher verfügen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie sich bereits Gedanken darüber gemacht haben, wie Sie dieses Geld anlegen sollen. In einem ersten Schritt müssen Sie bestimmen, wie gross Ihre Risikotoleranz bei Geldanlagen ist: Wie viel Risiko wollen und können Sie eingehen? Ein wichtiger Faktor Ihrer Risikotoleranz ist Ihr Anlagehorizont: Je länger Sie das Geld anlegen wollen, desto grössere Risiken können Sie eingehen: Sicher haben Sie schon vom Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite gehört: Geldanlagen mit höheren Kursschwankungen versprechen langfristig eine höhere Rendite als sichere Geldanlagen.

Nachdem Sie Ihre Risikotoleranz abgeklärt haben, können Sie in einem zweiten Schritt die Aufteilung Ihres Anlagebetrags auf die verschiedenen Anlageklassen bestimmen. Dies wird in der Fachsprache Asset Allocation genannt. Wir besprechen in diesem Artikel die grundsätzlichen Anlageklassen und erklären, warum Sie Ihren Anlagebetrag auf verschiedene Anlageklassen diversifizieren sollten.

Asset Allocation: Die Anlageklassen Cash, Obligationen und Aktien

Es gibt drei grundsätzliche Arten, Geld anzulegen: In Cash, in Obligationen und in Aktien.

Cash

Bargeld und äquivalente zu Bargeld (Geldmarktinstrumente wie Kontokorrent, Sparkonten oder Geldmarktfonds) sind die sicherste Form der Geldanlage. Die Wahrscheinlichkeit, mit solchen Anlagen Geld zu verlieren, ist extrem gering. Das Problem damit ist, dass auch die Rendite solcher Anlagen minimal ist. Unter Umständen kann man damit inflationsbereinigt sogar Geld verlieren: Der Zins ist so gering, dass die Jahresteuerung oft höher als die Rendite ist. In einem solchen Fall erleidet man real einen Wertverlust, weil die Kaufkraft des Geldes gesunken ist.

Obligationen

Obligationen sind festverzinsliche Anleihen, die von Banken, Unternehmen oder Staaten ausgegeben und über die Börse gehandelt werden. Bonds erzielen mittlere Renditen bei mittlerem Risiko. Je nach Schuldner gibt es aber auch Anleihen, die nur eine geringe Rendite abwerfen (und ein minimales Risiko aufweisen, wie etwa Schweizer Bundesobligationen) oder solche von gefährdeten Schuldnern, die eine hohe Rendite ausweisen (sogenannte Junk Bonds).

Aktien

Historisch betrachtet wiesen Aktien die mit Abstand höchste Rendite der drei Anlageklassen aus. Allerdings bestehen bei Aktienanlagen auch die höchsten Risiken. Die Kursschwankungen sind entsprechend gross: Wertsteigerungen innerhalb eines Jahres um über 10% sind möglich, und in durchschnittlich jedem dritten Jahr erleiden Aktionäre einen Kursverlust.

Asset Allocation: Weitere Anlageklassen

Nebst Cash, Obligationen und Aktien gibt es weitere Anlageklassen, in die aber nicht zwingend angelegt werden sollte. Unabhängig von Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Anlagehorizont sollten Sie den grössten Teil Ihres Vermögens in Cash, Obligationen und Aktien anlegen. Weitere Anlageklassen sind Rohstoffe (z.B. Gold, Öl), Immobilien und alternative Anlagen. Bei alternativen Investments wie Private Equity (Investitionen in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden), Hedge Fonds und Derivaten (Finanzinstrumente, deren Wert vom Kurs von Vermögensgegenständen abhängt, z.B. Optionen) ist die Zuordnung auch unter Experten umstritten. Man kann alternative Anlagen auch der Anlagekategorie ihres Basiswerts zuordnen. So kann man eine Call-Option auf die Aktie eines Unternehmens auch als Anlageklasse „Aktien“ bezeichnen.

Asset Allocation, Diversifikation, Risiko und Rendite

Wenn Sie Ihr Geld auf die verschiedenen Anlageklassen verteilen, dann senken Sie das Ausmass von Kursschwankungen Ihres Portfolios. Die Performance von Geldmarktanlagen, Anleihen und Aktien entwickelte sich nicht im Gleichschritt. Wenn Sie Ihr Vermögen aufteilen, dann mindern Sie das Risiko einer negativen Performance auf Jahresbasis und die jährliche Performance wird weniger stark schwanken. So können Sie mit Geldmarktanlagen einen Teil der Verluste ausgleichen, die Sie in einem schlechten Börsenjahr mit Aktien erwirtschaften. Das Vorgehen, sein Vermögen auf verschiedene Anlagen aufzuteilen – „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“ – wird Diversifikation genannt.

Die Asset Allocation bestimmt auch zu einem wichtigen Teil das Risiko und die Rendite Ihres Portfolios. Wenn Ihr Ziel „Wachstum“ ist, etwa weil Sie 40 Jahre alt sind und möglichst frühzeitig in den Ruhestand gehen wollen, dann sollte Ihr Ziel eine hohe Rendite sein und Sie sollten schwergewichtig in Aktien anlegen. Andererseits bestimmt die Asset Allocation auch Ihr Risiko. Wenn Sie in den nächsten 18 Monaten Ihr Vermögen als Eigenkapital für ein Haus verwenden wollen, dann sollten Sie risikoarm in Geldmarktinstrumente anlegen.

Wichtig ist zu verstehen, dass Diversifikation mehr ist als die Aufteilung des Geldes auf die verschiedenen Anlageklassen. Ein Portfolio sollte auf zwei Ebenen diversifiziert werden: Über die Anlageklassen hinweg und innerhalb der Anlageklassen. Besonders anspruchsvoll ist die Diversifikation innerhalb der Kategorie Aktien. So sollte man in mindestens 20 bis 40 Einzeltitel investieren, um bei gleichbleibender Renditeerwartung das unsystematische (spezifische) Risiko zu minimieren. Viele Anleger mit Vermögen unter einer Million Schweizer Franken entscheiden sich deswegen, in Aktienfonds anzulegen. Doch der Kauf eines Fonds bedeutet nicht automatisch, dass man seine Aktienanlagen diversifiziert hat: Man muss seine Anlagen auch betreffend Währungen, Geographie und Branchen diversifizieren.

Hinweis: Bei Anlagen von Geldbeträgen von mehr als einer halben Million Franken kann es sich lohnen, einen Vermögensverwalter mit der Betreuung des Portfolios zu beauftragen. Erfahren Sie hier die Vorteile und Nachteile eines Mandats zur Vermögensverwaltung.

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