Anlagen in Aktien: Die sieben Todsünden

Anlagen in Aktien: Die sieben Todsünden
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Viele Privatanleger, die mit dem aktuellen Zinssatz nicht zufrieden sind, überlegen sich, Aktien zu kaufen. Vielleicht gehören auch Sie zu dieser Gruppe und sind deswegen auf diesen Anlagestrategie-Artikel gestossen. Wir helfen Ihnen, die sieben grössten Fehler bei Aktienanlagen zu vermeiden. Fehler, die andere begangen haben und damit Geld verloren haben.

1.      Kauf von einzelnen Aktien statt von Aktienfonds

Wenn Sie bisher keine Aktien in Ihrem Portefeuille haben, dann sollten Sie Ihr Geld in Fonds und nicht in Einzeltitel investieren. Das Risiko bei Einzelanlagen ist viel höher als beim Kauf von Aktienfonds. Um eine vernünftige Risikostreuung zu erreichen, müssten Sie mindestens 15-20 Titel in Ihrem Depot halten. Kursschwankungen können zwar auch bei Fonds gross sein, sie sind aber geringer als wenn Sie einige wenige Aktien kaufen. Um Kosten zu sparen, empfehlen wir Ihnen den Kauf von Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds), womit wir beim zweiten grossen Fehler bei Aktienanlagen sind.

2.      Kosten bei Aktienfonds nicht beachten

Banken, welche Aktienfonds betreiben, wollen Geld verdienen. Dieses Geld verdienen sie einerseits beim Kauf/Verkauf der Fonds (Courtage) und bei den Depotgebühren, andererseits direkt mit dem Fonds selbst in Form von Management Fees. Diese Gebühren werden dem Fonds täglich belastet und sind im Fondsprospekt unter „Total Expense Ratio“ (TER) abgebildet. Aktiv geführte Fonds sind solche, bei denen der Fondsmanager aktiv versucht, einen Vergleichsindex zu schlagen. Dazu verschiebt er je nach Aktienprognosen grössere Teile des Fondsvermögens zwischen einzelnen Aktienpositionen oder –gruppen. Diese Arbeit und die daraus entstehenden Kosten bezahlen Sie mit der Management Fee, welche in der Regel zwischen 1.0 und 2.0% liegt. Diese hohe Gebühr ist auch der Grund, warum langfristig die allermeisten aktiv gemanagten Aktienfonds ihren Vergleichsindex, den Benchmark, nicht schlagen.

Kostengünstiger ist es, passiv gemanagte Fonds oder Indexzertifikate zu erwerben. Dadurch entfällt ein Grossteil der Verwaltungskosten. Die TER liegt bei solchen passiven Anlagen in Aktien meist im Bereich von 0.3% bis 0.8%, Sie gewinnen also rund 1% Rendite durch passive geführte Fonds.

3.      Keine Aktienquote festlegen

Abhängig von Ihrer finanziellen Situation, insbesondere aber von

  • Geforderter Rendite
  • Risiko- und Sicherheitsbewusstsein
  • Einkommen und Vermögen
  • Zukünftigem Kapitalbedarf
  • Anlagehorizont

sollten Sie eine langfristige Aktienquote für Ihr Vermögen festlegen. Wie viel von Ihrem Vermögen wollen Sie in drei bis fünf Jahren in Aktien halten? Für manche Personen kann dieser Wert 5% betragen, für andere 50%. Bestimmen Sie für sich den strategischen Aktienanteil und überprüfen Sie ihn periodisch.

4.      Aktienanlagen nicht zeitlich staffeln

So, wie Sie nicht Ihr ganzes Vermögen in einen Einzeltitel investieren sollten, so sollten Sie auch nicht Ihr ganzes Geld gleichzeitig in Aktien anlegen. Wenn Sie sich für einen Aktienanteil von 40% entschieden haben und bisher noch keine Aktien oder Aktienfonds halten, dann könnten Sie sich beispielsweise dafür entscheiden, jährlich mit 10% Ihres Vermögens Aktien zu erwerben. Es kann sein dass Sie dadurch vom nächsten Börsenaufschwung nicht voll profitieren können, andererseits verlieren Sie so weniger Geld im Falle einer Baisse.

Obwohl das Timing – der Zeitpunkt der Aktienanlage – ein sehr wichtiger Faktor für Ihre Rendite ist, so sollten Sie nicht davon ausgehen, dass Sie in diesem Punkt geschickter sind als Finanzexperten. Verteilen Sie deswegen Ihre Anlagen in Aktien über einen längeren Zeitraum.

5.      Zu starker Fokus aufs Heimatland

Genau so, wie Sie viele verschiedene Aktientitel oder Fonds halten sollten, sollten Sie auch das länderspezifische Risiko verringern und Aktien aus unterschiedlichen Ländern und Regionen erwerben. Anleger bevorzugen meist ihr Heimatland, weil Sie mit den Firmen besser vertraut sind und weil Sie so das Währungsrisiko ausschalten. Dies macht Sinn – aber übertreiben Sie es nicht. Analysen zeigen, dass Sie die gleiche erwartete Rendite bei deutlich geringerem Risiko erzielen können, wenn Sie Ihr Portfolio geografisch diversifizieren. Ob Sie jetzt 80% oder 20% Ihres Depots in Aktien Ihres Heimatlandes investieren wollen, müssen Sie festlegen. Aber grundsätzlich sollte dieser Wert nicht bei 0% liegen.

6.      Zu hohe Renditeerwartungen an Aktienanlagen

Wenn Sie zu hohe oder gar unrealistische Erwartungen an die Rendite von Anlagen in Aktien setzen, dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Langfristig ist die Rendite von Aktien höher als die von Obligationen und Sparkonten, weil auch das Risiko grösser ist. Diese Risikoprämie bedeutet aber nicht, dass Sie jährlich mit zweistelligen Renditen rechnen können. Wenn Sie langfristig von einer Zielrendite von 4-7% auf Ihren Investitionen ausgehen und mit jährlichen Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich rechnen, dann haben Sie realistische Erwartungen.

7.      Keine Geduld haben

„Hin und her macht die Taschen leer“ lautet ein altes Börsensprichwort. Gemeint ist damit, dass Sie viel Geld verlieren, wenn Sie ständig Ihr Depot umschichten. Anlagen in Aktien benötigen viel Geduld und einen entsprechend langen Zeithorizont. Am besten ist, wenn Sie Aktienfonds kaufen und diese im Depot liegen lassen. Es genügt, wenn Sie es monatlich, quartalsweise oder sogar nur einmal jährlich mit der Steuererklärung überprüfen. Wenn Sie die Anlagen sorgfältig ausgewählt haben und Ihre Aktienquote nicht ändern wollen, dann lohnt es sich in der Regel, bei den getätigten Fonds zu bleiben. Sie sparen sich so die Courtagen und erzielen normalerweise eine höhere Rendite.

TIPP: Sie müssen Ihr Geld nicht selbst verwalten. Ein professioneller Vermögensverwalter kann Ihnen diese Arbeit abnehmen und für eine sichere und ausgewogene Anlagestrategie bei Vermögen über CHF 500’000 sorgen.
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