Zehn Strategien zur Geldanlage

Zehn Strategien zur Geldanlage
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Sie besitzen Geld und wollen dies langfristig gewinnbringend anlegen? Sie möchten mit geschickten Geldanlagen Millionär werden? Dann lesen Sie diese zehn Strategien zur Geldanlage. Beachten Sie, dass Sie nicht von heute auf morgen ein reicher Mann oder eine reiche Frau werden können. Um reich zu werden, benötigen Sie eine hohe Sparquote (oder ein bereits bestehendes Vermögen), Disziplin und vor allem viel Zeit und Geduld.

 

1.      Setzen Sie sich ein Sparziel

Setzen Sie sich ein langfristiges und konkretes finanzielles Ziel, z.B. „In 20 Jahren will ich eine halbe Million Franken besitzen“. Arbeiten Sie auf dieses Ziel hin. Erkennen Sie, dass bei einem solch langen Zeithorizont nicht der kurzfristige Kapitalerhalt, sondern der langfristige Kapitalgewinn im Vordergrund steht. Gehen Sie entsprechend vertretbare Risiken für die Aussicht einer höheren Rendite ein, indem Sie einen Teil des Geldes in Aktien anlegen.

 

2.      Der Zinseszins ist Ihr bester Freund

Wie Sie diesem Artikel zum Zinseszins-Effekt entnehmen können, ist der Zinseszins laut Albert Einstein die grösste Erfindung des menschlichen Denkens. Machen Sie sich den Zinseszins zu Ihrem Freund und lassen Sie Ihr Geld für Sie arbeiten. Sie benötigen dazu lediglich viel Zeit. Fangen Sie deswegen so früh wie möglich an, Geld zu sparen.

 

3.      Verwechseln Sie Geld anlegen nicht mit spekulieren

Ein Spekulant geht ein ungerechtfertigt hohes Risiko ein, um einen kurzfristigen Profit zu erzielen. Wählen Sie den sicheren Weg – legen Sie Geld langfristig an. Berücksichtigen Sie dabei Ihre Risikobereitschaft und Risikofähigkeit und wählen Sie Anlagen, die Ihrer Risikotoleranz entsprechen. Dazu gehören die klassischen Anlageformen Cash, Obligationen und Aktien. Setzen Sie dabei auf günstige Anlagefonds (ETF oder Indexfonds) und verzichten Sie auf Optionen, Hedge Fonds und allgemein auf Finanzinstrumente, die Sie nicht verstehen.

 

4.      Zocken Sie nicht mit Einzelanlagen in Aktien

Für Privatanleger lohnt es sich nicht, Aktien von einzelnen Firmen direkt zu kaufen. Wenn Sie nicht mindestens 20 Einzelpositionen halten, dann gehen Sie ein erhöhtes Risiko ein, ohne für dieses Risiko durch eine höhere Rendite entschädigt zu werden. Das ist eine der zentralen Aussagen aus der Finanzmarkttheorie. Und verfallen Sie nicht der Illusion, dass Sie den Markt durch eine geschickte Auswahl an Einzelaktien schlagen können. Wenn nicht einmal 20% der hochbezahlten Teams von Spezialisten mit Uni-Abschlüssen und hochmodernen Analyse-Tools es schaffen, mit aktiv gemanagten Fonds den Markt (nach Abzug der Kosten) zu schlagen, dann werden Sie es sicher auch nicht schaffen. Deswegen nochmals unser Tipp: Legen Sie den Teil des Geldes, den Sie in Aktien investieren wollen, in passiv gemanagte Anlagen wie Indexfonds oder Exchange Traded Funds (ETF) an.

Tipp: Wenn Sie dennoch nicht auf direkte Anlagen in Aktien verzichten wollen – z.B. weil Börse und Wirtschaft ein Hobby von Ihnen sind – dann beschränken Sie solche Investments auf 10% des Kapitals, welches Sie gemäss Ihrer Anlagestrategie in Aktien anlegen.

 

5.      Klären Sie Ihre Risikotoleranz genau ab

Die Risikotoleranz bei der Geldanlage ist der tiefere Wert von Risikofähigkeit (wie viel Risiko können Sie eingehen?) und Risikobereitschaft (wie viel Risiko wollen Sie eingehen?). Es ist wichtig, dass Sie Ihre Risikotoleranz klar definieren. Wenn Sie eine hohe Risikotoleranz haben, dann können Sie sehr aktienlastig investieren. Schätzen Sie in einem solchen Fall Ihre Risikotoleranz zu tief ein, dann begehen Sie einen Anlagefehler: Sie investieren zu stark in konservative Anlagen und werden über Ihren Anlagehorizont mit grosser Wahrscheinlichkeit eine zu tiefe Rendite erzielen. Das Umgekehrte ist natürlich auch der Fall: Wenn Sie Ihre gesamten Ersparnisse von CHF 100‘000 Jahren im Alter von 35 Jahren in Aktien anlegen, obwohl Sie wissen, dass Sie im nächsten Jahr heiraten werden und in zwei Jahren das Geld als Anzahlung für Ihr Haus benötigen, dann gehen Sie viel zu viel Risiko ein.

 

6.      Sie können nicht den Fünfer und das Weggli haben

Dieses Schweizer Sprichwort und die amerikanische Redensart „There ain’t no such thing as a free lunch“ (man bekommt nichts geschenkt) gilt auch beim Anlegen von Geld. Beim Investieren in Obligationen oder Aktien werden Sie auf das Problem von Rendite vs. Risiko treffen. Sie können bei diesem Zielkonflikt nicht beides – den Fünfer (hohe Rendite) und das Weggli (tiefes Risiko) – haben. Es ist lediglich möglich, durch eine geschickte Anlagestrategie für ein bestimmtes Renditeziel das Risiko zu minimieren (oder für ein bestimmtes Risiko die Rendite zu maximieren). Was nicht geht, ist sowohl das Risiko zu minimieren als auch die Rendite zu maximieren. Dieser Ratschlag gilt auch für „Anlage-Tipps“ von Börsenexperten, welche Sie äussert kritisch zur Kenntnis nehmen sollten.

 

7.      Legen Sie Ihr Geld passiv an

Eines der bekanntesten Börsen-Sprichworte lautet „Hin und her macht Taschen leer“. Gemeint ist, dass das ständige kaufen und verkaufen von Wertschriften Geld in Form von Gebühren kostet, was sich für meistens nicht lohnt. Erfolgreiche Investoren legen Ihr Geld passiv an. Sie bauen über Jahre hinweg ein Portefeuille an Wertschriften (idealerweise mit Index-Fonds) auf und halten dieses dann über lange Zeit.

Natürlich, passiv zu investieren ist etwa so spannend, wie dem Gras beim Wachsen zuzuschauen. Aber es minimiert die Kosten (Courtagen und Management Fees) und wird sich langfristig besser für Sie rentieren als wenn Sie versuchen, hochbezahlte Börsenspezialisten zu schlagen.

 

8.      Achten Sie auf die Steuern

Beziehen Sie die Steuereffekte in Ihre Anlageentscheide mit ein. Kalkulieren Sie mit Nettorenditen nach Steuern, nicht mit Bruttorenditen. Zwei Ihnen sicher geläufige Beispiele sind Anlagen in die dritte Säule und Anlagen in Aktien.

  • Wenn Sie z.B. ein Jahr vor Ihrer Pensionierung über CHF 6‘000 verfügen, die Sie sehr sicher anlegen wollen, dann sollten Sie sich bei der Wahl zwischen dem Kauf von Bundesobligationen und der Einzahlung in die Säule 3a bei gleichem Zinssatz für das Dritte-Säule-Konto entscheiden. Zinserträge sind dort im Gegensatz zu Obligationen steuerbefreit. Bei einem Nominalzins von 2% werden Sie auf dem Geld in der dritten Säule CHF 120 Zins erhalten. Wenn Sie einen Grenzsteuersatz von 33% haben, dann werden Sie netto nach Steuern mit der Bundesobligation lediglich CHF 80 verdienen. Zudem sind Beiträge in die Dritte Säule steuerlich abzugsfähig: Die nächste Steuerrechnung wird dadurch CHF 2‘000 tiefer ausfallen
  • Kursgewinne durch Aktienanlagen müssen Sie in der Regel nicht versteuern. Wenn Sie die Wahl zwischen einer Staatsanleihe und einem Aktienfonds mit gleichem Risiko und gleicher erwarteter Rendite haben, dann sollten Sie sich aus steuerlichen Gründen für die Anlage in Aktien entscheiden, da deren Netto-Rendite bei einer Grenzsteuersatz von 33% effektiv 50% höher ausfallen wird

 

9.      Vermeiden Sie die sieben Todsünden der Anlage in Aktien

Lesen Sie diese Tipps, um die sieben grössten Fehler beim Kauf von Aktien zu vermeiden. Einige der Punkte werden Sie wiedererkennen – Sie zu vermeiden spart Ihnen viel Geld.

 

10. Halten Sie einen Notgroschen bereit

Legen Sie auf keinen Fall Ihr gesamtes Geld an. Sie wissen nie, ob unvorhergesehene Ausgaben auf Sie zukommen werden. Sie können einen Unfall verursachen und müssen ein neues Auto kaufen. Oder Sie können Ihre Arbeitsstelle verlieren und müssen umziehen. Behalten Sie einen Notgroschen, der sofort verfügbar ist, als Sicherheit auf Ihrem Bankkonto zurück. So vermeiden Sie in Notlagen, Anlagen verkaufen zu müssen, was Transaktionskosten verursacht. Wie gross dieser Notgroschen sein soll, müssen Sie für sich festlegen. Für manche Menschen genügt ein Monatslohn als Reserve, andere wollen immer mindestens 6 Monatslöhne auf Ihrem Bankkonto haben.

Eine ausreichende finanzielle Reserve gibt Ihnen auch die notwendige Geduld und Gelassenheit, wenn Ihre Anlagen aufgrund der Marktsituation kurzfristig an Wert verlieren.

 

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