Vermögensverwaltung: Fünf Punkte zur Wahl eines Schweizer Vermögensverwalters

Vermögensverwaltung: Fünf Punkte zur Wahl eines Schweizer Vermögensverwalters
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Immer mehr Schweizer vertrauen Teile Ihres Vermögens einem Vermögensverwalter an. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Festlegung einer Anlagestrategie, deren Umsetzung und Überwachung erfordert Zeit und Kompetenz. Die Kunden von professionellen Vermögensverwaltern übergeben Ihr Vermögen von üblicherweise einer halben Million Schweizer Franken oder mehr in die Hände eines Experten und vertrauen darauf, dass dieser nach bestem Wissen und Gewissen sowie ausschliesslich im Interesse seines Kunden handelt. Achten Sie auf die folgenden fünf Punkte bei der Auswahl Ihres Schweizer Vermögensverwalters.

1.      Unabhängigkeit und Entlohnung des Vermögensverwalters

Nebst den Kosten für die Vermögensverwaltung, welche durchschnittlich zwischen 1.0 und 1.5% des verwalteten Geldbetrages liegen, ist die Unabhängigkeit einer der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des Vermögensverwalters. Fragen Sie den Vermögensverwalter, wie er bezahlt wird. Wenn Sie wissen, wie sich sein Lohn zusammensetzt, dann verstehen Sie, was seine finanziellen Anreize sind.

Eine faire Lösung für Sie als Kunde ist, wenn Ihr Vermögensverwalter durch seinen Arbeitgeber oder durch Sie direkt ausschliesslich über einen fixen oder über einen prozentualen Betrag des verwalteten Vermögens pro Jahr entschädigt wird. Ein solches Entlöhnungssystem verhindert, dass Ihr Vermögensverwalter Anlageentscheide trifft, die zwar in seinem, nicht aber in Ihrem Interesse sind. Häufig entstehen Zielkonflikte, wenn Ihr Vermögensverwalter teilweise oder ganz durch folgende vier Komponenten bezahlt wird:

a)     Performance Fee

Eine Performance Fee ist ein Gewinnanteil an der erwirtschafteten Rendite Ihres Portfolios. Beträgt die Performance Fee beispielsweise 20% und erzielte Ihr Vermögensverwalter 8% Rendite, dann erhält er 1.6% Ihres Vermögens als Lohn für seine Arbeit in einem Jahr. Natürlich kann man argumentieren, dass es sinnvoll ist, Ihren Vermögensverwalter höher zu entschädigen, wenn er eine überdurchschnittliche Rendite erzielt. Man kann auch sagen, dass er sich mehr anstrengt, wenn ein Teil seines Lohnes von der Rendite Ihres Portfolios abhängt. Leider führt dies zu einem Zielkonflikt zwischen Ihrer Anlagestrategie und der Entschädigung Ihres Vermögensverwalters: Unabhängig von Ihrer Anlagestrategie wird Ihr Vermögensverwalter potenziell versuchen, riskante Anlagen einzugehen, die eine höhere Rendite versprechen, um damit seinen Jahreslohn zu erhöhen. Das Problem ist hier, dass Sie schlussendlich das finanzielle Risiko der Anlageentscheide mit Ihrem Vermögen tragen müssen.

b)     Umschichtung Ihres Portfolios

Banken verdienen unter anderem mit Kaufs- und Verkaufsgebühren Geld. Problematisch ist es, wenn Ihr Vermögensverwalter bei einer Bank angestellt ist und sein Lohn von den Kontobewegungen roder von der Summe der generierten Courtagen abhängt. Bezahlt die Bank einen Teil des mit Kaufs- und Verkaufsgebühren verdienten Geldes an Ihren Berater, dann wird dieser kaum unabhängig walten. Sein Verdienst ist umso grösser, je häufiger und von je grösseren Positionen er während eines Jahres Umschichtungen vornimmt.

c)      Entlohnung abhängig vom verkauften Produkt

Banken, die selbst auch Fonds vertreiben, verdienen in der Summe mehr, wenn verwaltetes Vermögen in ihre eigenen Fonds statt in Fonds von anderen Banken angelegt wird. Es ist naheliegend, dass sie somit Ihre Vermögensverwalter anweisen, vornehmlich bankeigene Fonds zu verkaufen. Selbst bei Grossbanken mit einer grossen Palette an Fonds ist jedoch die Wahl des bankeigenen Fonds nicht immer die beste Wahl für Sie als Kunde. Zudem verdient die Bank mehr an aktiv gemanagten Fonds als an passiv verwalteten Anlagen. Übergeben Sie Ihr Vermögensverwaltungsmandat einem Verwalter, der bei einer Bank angestellt ist und einen Bonus abhängig vom verkauften Produkt erhält, können Sie also ein doppeltes Risiko eingehen: Die Wahl der Fonds ist nicht optimal (es werden eher bankeigene Fonds in Ihr Depot gelegt) und die Kosten der Fonds werden eher hoch sein (es werden eher Fonds mit hohen Verwaltungsgebühren ausgewählt).

d)     Rabatte und Retrozessionen

Fondsgesellschaften gewähren Vermögensverwaltern Rabatte und Retrozessionen, wenn diese ihre Produkte verkaufen. Fragen Sie nach, wer diese Gutschriften erhält. Verlangen Sie, dass diese Gutschriften Ihrem Konto überwiesen werden oder handeln Sie eine tiefere Gebühr für die Verwaltung Ihres Vermögens aus.

2.      Bestimmung der Anlagestrategie

Die Rendite Ihres Portfolios wird grösstenteils durch die Anlagestrategie bestimmt. Eine der wichtigsten Aufgaben Ihres Vermögensverwalters ist deswegen, die bestmögliche Anlagestrategie zu bestimmen. Um diese Anlagestrategie festzulegen, muss er mit Ihnen Ihre Risikofähigkeit und Ihre Risikobereitschaft abklären. Daraus kann er ableiten, wie viel Ihres Vermögens in riskante Anlagen mit höherer Renditeerwartung angelegt werden kann. Hier wird ein seriöser Vermögensverwalter genügend Zeit investieren, um diese beiden Faktoren mit Ihnen abzuklären. Professionelle Vermögensverwalter gehen dabei noch einen Schritt weiter: Ist die Anlagestrategie einmal bestimmt, dann wird sie vor der Umsetzung anhand von Simulationen (Hochrechnungen mit realen Zahlen aus der Vergangenheit) durchgerechnet. Idealerweise wird Ihnen dabei folgendes aufgezeigt:

  • Erwartete Rendite (wie hoch wäre die jährliche Wertsteigerung ausgefallen, basierend auf Daten aus den letzten 12 Monaten, 3 Jahren, 5 Jahren, 8 Jahren?)
  • Erwartetes Risiko (wie stark sind die erwarteten Kursschwankungen des gesamten Portfolios?)
  • Rendite in der schlechtesten Zeitperiode – maximales Verlustrisiko (wie viel Geld hätten Sie verloren, wenn Sie das Geld im schlechtesten Moment investiert hätten?)

Solche Simulationen helfen Ihnen, das tatsächliche Risiko besser einzuschätzen als abstrakte Begriffe wie „dynamische Anlagestrategie“ oder „kapitalgewinnorientierte Vorsorgestrategie“.

Denken Sie daran, dass es um Ihr Geld und nicht um das Ihres Anlageberaters geht. Sie haben also die Entscheidung, welche Anlagestrategie Ihr Schweizer Vermögensverwalter umsetzen soll.

3.      Umsetzung der Anlagestrategie durch den Vermögensverwalter

Die Anlagestrategie sollte einfach, umfassend und kosteneffizient umgesetzt werden. Sie als Auftraggeber sollten verstehen, wie Ihr Geld investiert wird, welche Finanzinstrumente eingesetzt werden, wie diese funktionieren und welche Risiken (Kursschwankungen, Währungsschwankungen, Kreditrisiken, Gegenpartei-Risiken) dabei eingegangen werden.

Bevor die Anlagestrategie umgesetzt wird, sollten Sie auch verstehen, ob Ihr Finanzberater das Geld in Einzelanlagen oder in Kollektiv-Analgen wie Fonds oder indizierte Produkte anlegt. Auf alle Fälle sollten Sie sicherstellen dass die Grundprinzipien der Diversifikation eingehalten und keine Klumpenrisiken eingegangen werden.

Ihr Vermögensverwalter sollte vor der Anlage des Geldes auch die anfallenden Gebühren mit Ihnen besprechen. Dabei sind nebst den direkten Kosten auch die indirekten Kosten zu berücksichtigen. Bei Anlagen in Fonds ist der Schlüsselbegriff TER (total expense ratio). Die damit abgebildeten Gesamtkosten von Anlagen setzen sich zusammen aus den Management Gebühren, Verwaltungs- und Administrationskosten.

4.      Aufhebung des Vermögensverwaltungsmandats

Zwischen Kunde und Vermögensverwalter besteht ein Vertrauensverhältnis. Wenn nichts Aussergewöhnliches passiert, können Sie davon ausgehen, dass sie über viele Jahre oder sogar während mehreren Jahrzehnten lang zusammen arbeiten werden. Klären Sie dennoch vor Vergabe des Mandats ab, unter welchen Bedingungen, Kosten und Fristen Sie das Auftragsverhältnis beenden können. Beachten Sie, dass je nach Anlagestrategie und Anlagebetrag auch in Instrumente angelegt werden kann, die mit einer lock-in Klausel versehen sind. In einem solchen Fall wird ein frühzeitiger Ausstieg aus der Einzelanlage wie z.B. einem Hedge Fonds oder einer Private Equity-Beteiligung schwierig und mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.

5.      Berichterstattung

Ein transparentes Reporting ist wichtig. Sie sollten sich nicht mit einfachen Bankauszügen zufrieden geben. Verlangen Sie monatlich, quartalsweise oder zumindest einmal jährlich einen detaillierten Bericht über Ihre Investments. Ein solches Reporting sollte einen Vergleich zwischen dem aktuellen Portfolio mit der Anlagestrategie sowie einen Vergleich zwischen der Performance Ihres Portfolios und dem definierten Benchmark enthalten. Nur so können Sie die erzielten Ergebnisse Ihres Vermögensverwalters beurteilen.

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