Miete und Steuern: Wo wohnt man am günstigsten?

Miete und Steuern: Wo wohnt man am günstigsten?
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Im Februar 2012 hat Comparis einen Vergleich der Angebotsmieten in der Schweiz veröffentlicht. Diese Daten basieren auf der Analyse einer Viertelmillion Inseraten von 2011, welche auf Immobilienportalen wie Homegate.ch und ImmoScout24.ch veröffentlicht wurden. Die Kosten für eine 4 ½ Zimmer Wohnung (mit durchschnittlichem Ausbaustandard und mit Balkon) unterscheiden sich dabei in der Schweiz massiv. Während man in der Zürcher Innenstadt 4‘400 Franken und im Zentrum von Genf sogar 4‘850 Franken Miete bezahlen muss, sind die Kosten in Basel und Bern nur etwa halb so hoch.

Die Ausgaben für die Miete sind jedoch nur ein Teil der gesamten Ausgaben eines Haushalts. Ebenfalls ins Gewicht fallen die Steuern. Wir haben deswegen eine Analyse gemacht, bei welchem Einkommen eine Familie mit 2 Kindern wie viel Geld für die Miete einer solchen durchschnittlichen 4 ½ Zimmer Wohnung plus für die Steuern ausgibt. Das kann als Indikator benutzt werden, wo man mehr Geld für die anderen Bedürfnisse des Lebens zur Verfügung hat.

 

Mietpreise für eine 4 ½ Zimmer Wohnung in der Schweiz

Die folgende Grafik von Comparis zeigt, wie stark sich die Mietpreise in der Schweiz für eine durchschnittliche Wohnung unterscheiden:

Vergleich Angebotsmieten auf CH-Karte

Dass sich die Mieten auch innerhalb einer Stadt stark unterscheiden, ist auch klar. So kostet in Zürich-Schwamendingen eine typische Mietwohnung für eine Familie mit 2‘200 Franken halb so viel wie in der Innenstadt. Wir gehen im folgenden Vergleich von den Durchschnittsmieten für Neumieter für die vier grössten Schweizer Städte aus. Diese betrugen im 2011 (in Franken):

  • Bern      2’000
  • Basel     2’150
  • Zürich   2’950
  • Genf     3’900

Somit unterscheiden sich in der Schweiz die Mieten in den Städten mit über 100‘000 Einwohnern deutlich.

 

Steuern je Bruttoeinkommen in Bern, Basel, Zürich und Genf

Und auch bei den Steuern gibt es grosse Unterschiede. Für unseren Vergleich sind wir von einem Ehepaar mit zwei Kindern ausgegangen, welches konfessionslos ist. Zur Vereinfachung sind wir von keinem vorhandenen Vermögen ausgegangen und haben nur die Standard-Steuerabzüge gemäss dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung berücksichtigt. D.h., dass das angegebene Bruttoeinkommen zwar um Abzüge für Versicherungen und Berufsauslagen gekürzt wurde, jedoch weitere Massnahmen zur Steuersenkung (wie Einzahlung Säule 3a, Einkauf Pensionskasse, Schuldzinsen und Abzüge für die Verwaltung von Liegenschaften) nicht berücksichtigt wurden.

Vergleich Steuer je nach Einkommen und Stadt

Ab einem Bruttoeinkommen von 80‘000 Franken bezahlt eine vierköpfige Familie in Zürich am wenigsten Steuern, während Genf ab 125‘000 Franken Bruttolohn die höchsten Steuern erhebt. Für Familien mit einem Bruttolohn von 80‘000 oder 100‘000 Franken ist Bern steuerlich die teuerste Grossstadt in der Schweiz.

 

Kosten für Miete und Steuern in den Grossstädten

Doch wie sieht es aus, wenn man sowohl Mieten wie auch Steuern betrachtet? Je geringer das Einkommen ist, desto stärker fallen die Ausgaben für die Wohnung ins Gewicht. Deswegen sind Bern und Basel für Familien, die nicht zu den Spitzenverdienern gehören, günstiger als Zürich oder Genf:

Genf ist in diesem Vergleich wegen den hohen Mieten und den hohen Steuern mit Abstand das teuerste Pflaster. Basel hingegen ist für jede der untersuchten Einkommenskategorien für eine Familie am günstigsten. Und der Standort Zürich macht dank tieferer Progression die hohen Ausgaben für die Wohnung mit steigendem Einkommen wett – spürbar allerdings erst für Haushalte, die über 150‘000 Franken verdienen.

 

Lohnt sich deswegen ein Umzug in eine andere Stadt?

Für eine Familie stellt sich die Frage kaum. Viel wichtiger als nur Miete und Steuern sind die Arbeitsstelle (Arbeitsweg) und das soziale Beziehungsnetz, das man sich aufgebaut hat. Ausserdem schwanken die Mieten je nach Zentrumsnähe stark. So sollte man mit knappem Budget den Umzug in eine günstigere Wohnung prüfen, allerdings nicht in einer anderen Stadt, sondern in einer anderen Gegend der gleichen Stadt.

Unser Vergleich bedeutet auch nicht, dass Familien in Basel wirklich am besten gestellt sind, weil wir nur die Mieten und Steuern isoliert betrachtet haben. So ist der durchschnittliche Lohn in Zürich – teilweise auch beim Arbeitgeber mit den hohen Mieten begründet – höher als in Bern oder Basel. Ein Wohnsitzwechsel nur wegen den Steuern lohnt somit sich am ehesten für Personen, die nirgends wirklich sesshaft sind und die sehr gut verdienen.

 

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