Millionär werden und damit ein Haus kaufen, auf Weltreise gehen oder sich frühzeitig pensionieren lassen – davon träumen viele Schweizer. Der beste Beweis dazu sieht man am Kiosk: Hundertausende Schweizer spielen wöchentlich Lotto. Wenn der Jackpot mehrmals nicht geknackt wurde, dann kommen nochmals hunderttausende Gelegenheitsspieler hinzu. Für bisher 669 Schweizer ging dieser Traum zwischen 1979 und Mitte 2010 in Erfüllung. Nicht gerade ein sicherer Weg also, um Millionär zu werden.
Es gibt aber andere Möglichkeit, Millionär zu werden. Das Geheimnis dazu lautet „Zinseszins-Effekt“. Albert Einstein hat dazu gesagt:
„Der Zinseszins ist die grösste Erfindung des menschlichen Denkens.“ (Albert Einstein)
Der Zinseszins-Effekt
Wenn Sie Geld sparen und darauf eine Rendite erzielen, so wird dieser Ertrag dem Kapital gutgeschrieben. In der folgenden Zinsperiode haben Sie einen grösseren Kapitalstock und erzielen darauf einen höheren Zins. Ihr Vermögen steigt dadurch exponentiell. Wenn Sie CHF 10‘000 zu 5% anlegen, dann erhalten Sie nach einem Jahr CHF 500 Zins und besitzen insgesamt CHF 10‘500. Am Ende des zweiten Jahres erhalten Sie 5% Zins auf CHF 10‘500, was bereits CHF 525 entspricht. Am Ende des dritten Jahres erhalten Sie CHF 551 Zins, und Ihr Vermögen ist auf CHF 11‘576 angewachsen. Bereits nach 15 Jahren hat sich Ihr Vermögen auf CHF 20‘789 erhöht und damit mehr als verdoppelt.
Tipp: Mit der 72er Regel können Sie einfach abschätzen, wie lange es dauert, bis sich Ihr Kapital verdoppelt hat. Teilen Sie einfach 72 durch den Zinssatz und Sie erhalten als Resultat die Anzahl Jahre bis zur Verdopplung des Vermögens. In unserem Beispiel beträgt dies 72/5 = 14.4 Jahre.
Wie Sie Millionär werden
Machen Sie sich den Zinseszins-Effekt zu Nutze und werden Sie damit Millionär. Sie benötigen dazu zwei Dinge: Geld und Zeit.
Geld können Sie entweder bereits besitzen, oder sie sparen es im Zeitverlauf. Und je mehr Zeit sie haben, desto höher wird Ihr Vermögen werden. Dabei lohnt es sich, früh mit der Vermögensbildung anzufangen. Glücklich kann sich schätzen, wer als junger Mensch Geld besitzt (z.B. durch ein Erbe) und dieses dann anlegt, statt es gleich auszugeben. Wer im Alter von 25 Jahren CHF 100‘000 besitzt und dieses kleine Vermögen zu 6% Jahreszins anlegt, der wird zur Pensionierung im Alter von 65 Jahren eine Million Franken besitzen, ohne einen einzigen Schweizer Franken dafür sparen zu müssen. Wer mit 25 Jahren mit sparen anfängt und jährlich CHF 6‘700 (was etwa dem Maximalbeträg für Angestellte für die Säule 3a entspricht) bei Seite legt, wird ebenfalls zur Pensionierung eine Million besitzen. Allerdings muss er so in den vierzig Jahren insgesamt über eine Viertelmillion Franken aufs Wertschriften-Konto einzahlen.
Schauen wir uns weitere Beispiele an, um den Zinseszins-Effekt besser zu verstehen.
30 Jahre lang CHF 200 pro Monat sparen und zu 6% Zins anlegen
Wenn Sie es schaffen, während 30 Jahren jährlich CHF 2‘400 zu sparen (entspricht CHF 200 pro Monat) und das Geld zu 6% Zins anlegen, dann haben Sie am Ende ein Vermögen von fast CHF 190‘000, obwohl Sie nur CHF 72‘000 einbezahlt haben.

40 Jahre lang CHF 200 pro Monat sparen und zu 6% Zins anlegen
Wenn Sie statt 30 Jahren zehn Jahre früher mit sparen beginnen (oder zehn Jahre mehr Zeit haben zum Sparen), dann wird Ihr Vermögen CHF 371‘000 anwachsen. Zehn Jahre mehr Zeit bedeuten in diesem Fall ein doppelt so hohes Vermögen.

Effekt unterschiedlicher Zins: 40 Jahre lang CHF 200 pro Monat anlegen
Einen sehr grossen Einfluss auf Ihr Vermögen hat die jährliche Rendite. Erzielen Sie durchschnittlich 8% Rendite, dann können Sie dank des Zinseszins-Effektes eine Viertelmillion Schweizer Franken mehr Ihr Eigen nennen.

Beispiel-Rechnungen zu „Wie wird man Millionär“
Hier sehen Sie Beispiele, wie das Ziel, Millionär zu werden, mit sparen erreicht werden kann:

Sie wollen eigene „Was-wäre-wenn“-Rechnungen zu Zins und Zinseszins anstellen? Dann laden Sie hier den kostenlosen Excel ZinsesZins-Rechner herunter. Sie müssen darin lediglich Ihr Startkapital, die jährliche Einzahlung, die Anlagedauer und den Zins eingeben, um zu sehen, wie gross Ihr Vermögen sein wird. Der oben unterstellte Zinssatz von 6% pro Jahr lässt sich nicht risikolos erzielen. Eine Anlage in Aktien ist fast zwingend notwendig. Eine Möglichkeit dazu ist ein Aktien-Sparplan, in dem regelmässig in Fonds investiert wird.
Ein Vermögen ansparen – auf was Sie besonders achten müssen
Wenn Sie ein Vermögen ansparen wollen, etwa weil Sie frühzeitig in Pension gehen wollen, dann sollten Sie insbesondere auf folgendes achten:
Fangen Sie früh an, Geld zu sparen, so früh wie möglich. Wenn Sie es jetzt nicht schaffen, CHF 500 pro Monat zu Seite zu legen, dann fangen Sie mit CHF 200 oder auch nur mit CHF 50 an. Es ist besser, nur einen kleinen Betrag zur Seite zu legen, als gar nichts zu sparen. Erhöhen Sie Ihre Sparquote anschliessend, entweder indem Sie weniger ausgeben oder indem Sie mehr verdienen (und bei einer Lohnerhöhung mindestens einen Drittel davon sparen).
Viele kleine Beträge ergeben einen grossen Betrag. Ein Kaffee täglich weniger auf der Arbeit, selbst wenn er nur CHF 2 kostet, ergibt CHF 500 pro Jahr. Einmal im Monat weniger auswärts Essen ergibt CHF 500 im Jahr. Der Verzicht auf eine Teil-/Vollkasko-Versicherung beim Auto ergibt rund CHF 500 pro Jahr. Der Wechsel der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse zu einer Versicherung mit einer CHF 10 tieferen Krankenkassenprämie ergibt für Sie und Ihren Lebenspartner eine Ersparnis von CHF 500 pro Jahr. Suchen Sie Möglichkeiten, Geld zu sparen, die Sie kaum einschränken und Ihre Lebensqualität nicht oder kaum beeinträchtigen, und setzen Sie diese sofort um.
Machen Sie keine Schulden. Bevor Sie mit sparen beginnen können, müssen Sie Ihre Schulden eliminieren. Die Schuldzinsen sind jeweils höher als die Zinsen, die Ihnen für Guthaben bezahlt werden. Die teuersten Schulden sind Verbindlichkeiten bei Kreditkarten oder bei Kleinkrediten. Die Zinsen dafür bewegen sich oft nahe an der gesetzlich erlaubten Höchstgrenze von 15%. Bevor Sie Geld in einen Aktienfonds investieren, zahlen Sie Ihre Schulden ab. Denn: Die grösste Erfindung des menschlichen Denkens kann auch gegen Sie arbeiten.
Hinweis: Weitere Spar-Tipps finden Sie in unserem kostenlosen eBook Die 10 besten Spar-Tipps für Schweizer.
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Danke für diese anschauliche Darstellung, wie man Millionär werden kann. Dann mache ich mich mal ans sparen und warte 40 Jahre…
Hallo Simon – ja das ist der Nachteil wenn man nicht ein Vermögen erbt oder im Lotte gewinnt: Es ist ein langer und steiniger Weg, bis man aus eigener Kraft Millionär wird!
Mit grosser Aufmerksamkeit habe ich ihre Seite http://www.finanzmonitor.com durchstöbert.
Gerne würde ich bis zu meiner Rente CHF 500 pro Monat sparen und zu 6% Zins anlegen. Wie Sie es anschaulich darstellen, ergibt sich über die Jahre eine schöne Summe.
Ich möchte Sie nun fragen, ob Sie mir einen Tipp haben, wo oder bei wem ich Ihr Beispiel in Realität umsetzen kann?
Guten Tag Angelo
Schön, dass Sie langfristig sparen wollen und danke für Ihre Frage.
Tatsächlich fehlt ein Beispiel, wie man konkret langfristig Geld sparen und anlegen soll.
Eine Rendite von 6% lässt sich nicht mit sicheren Anlagen erzielen. Um im Durchschnitt 6% zu erwirtschaften, ist die Anlage des Geldes in Aktien notwendig. Ein einfacher Weg, monatlich einen kleineren Betrag zu sparen, sind Fonds-Sparpläne, welche von Banken angeboten werden. Leider sind dort selbst bei Indexfonds die Verwaltungsgebühren hoch. Die noch günstigere Variante ist der direkte Kauf von ETF, welche sich aber aufgrund der Gebühren beim Kauf (Courtage) nur bei Beträgen ab mehreren tausend Franken lohnen.
Die aus unserer Sicht günstigsten Möglichkeiten wären, entweder nur einmal jährlich Geld in ETFs anzulegen, oder einen Fonds-Sparplan mit Indexfonds zu starten und alle paar Jahre die Fonds zu verkaufen und mit dem Erlös ETFs zu kaufen.
Jawohl nur sind die 20k aus dem Beispiel kaum mehr Wert als die vor 14,4 Jahren investierten 10k.
Falls es aber nur um den Zahlenwert ansich geht. Wie wäre ein Wechsel zu einer anderen Währung (das geht schneller und ist ebenso sinnvoll)? ^^
Es kommt natürlich auf die Inflationsrate an, wenn man mit Zinsen rechnet und die Kaufkraft des Geldes mitberücksichtigen will. Wenn die Inflation in dem Beispiel 6% beträgt, dann schrumpft der Wert des Geldes sogar. Ein Ausweg ist, direkt mit Realzinsen (Nettozins nach Inflation) zu rechnen.