Empfohlene Franchise bei der Krankenkasse

Empfohlene Franchise bei der Krankenkasse
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Welche Franchise soll man wählen? Diese Frage stellen sich fast alle Versicherten zwischen August und November, wenn das Thema Krankenkasse und Prämiensteigerungen wieder regelmässig in den Schweizer Medien erscheint. Die Versicherten haben die Wahl zwischen sechs verschieden hohen Franchisen: CHF 300, 500, 1’000, 1’500, 2’000 und 2’500.

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Um sich fundiert mit der Entscheidung für eine Franchise auseinandersetzen zu können, ist es wichtig, die drei Komponenten der Gesamtkosten bei Krankheit:

  • Krankenkassenprämie
  • Franchise
  • Selbstbehalt

zu kennen und unterscheiden zu können. Einführende Erklärungen dazu haben wir in diesem Artikel Grundversicherung Krankenkasse: Krankenkassenprämien, Franchise und Selbstbehalt gegeben.

Das Ziel bei der Festlegung der Franchise für den Versicherten ist, möglichst geringe erwartete Gesamtkosten (für die Krankenkassen-Prämie, für die Franchise und für den 10%-Selbstbehalt) zu haben und kein Risiko einzugehen, allfällige hohe Arztkosten nicht bezahlen zu können.

Deswegen muss man anhand der

  • vergangenen Krankheitskosten (für Arzt- und Spitalbesuche, für Medikamente usw.)
  • des gegenwärtigen Gesundheitszustandes
  • und des erwarteten Gesundheitszustandes im nächsten Jahr

versuchen abzuschätzen, wie hoch die eigenen Krankheitskosten im nächsten Jahr etwa sein könnten. Anschliessend kann man ausrechnen, mit welcher Franchise die Gesamtkosten bei diesen Krankheitskosten am tiefsten liegen werden.

Franchise, Krankheitskosten und Gesamtkosten

Betrachten wir nun, wie sich die Wahl der Franchise und die Krankheitskosten auf die Gesamtkosten auswirken. Wir gehen in diesem Artikel von einer in Zürich lebenden Person aus, die sich für die Assura Krankenkasse entschieden hat. Die Zahlen lassen sich nicht direkt auf andere Ortschaften übertragen, da die Krankenkassenprämien von Ort zu Ort unterschiedlich sind. Allerdings funktioniert die Mechanik der Prämien und der Kosten überall in der Schweiz gleich. Deswegen lassen sich unsere Überlegungen und Empfehlungen auf die ganze Schweiz übertragen.

In der Grafik ist ersichtlich, bei welchen Krankheitskosten welche Gesamtkosten entstehen, abhängig von der Wahl einer der sechs Franchisen (klicken zum vergrössern):

Vergleich Gesundheitskosten und Franchise

Daraus kann man folgende Schlüsse ziehen:

  • Bei Krankheitskosten von CHF 1’900 oder weniger ist die Wahl der 2’500er Franchise für den Versicherten am kostengünstigsten
  • Wenn man im nächsten Jahr nie zum Arzt geht, dann fährt man mit der höchsten Franchise mit Abstand am günstigsten: Die Gesamtkosten betragen CHF 2’216, was einer Ersparnis von CHF 1’434 gegenüber der tiefsten Franchise entspricht
  • Bei Krankheitskosten über CHF 1’900 ist es am besten, die tiefste Franchise von CHF 300 zu wählen. Damit fährt man rund CHF 500 günstiger als mit der 2’500er Franchise
  • Alle anderen vier Franchisen zwischen CHF 500 und 2’000 liegen in den Gesamtkosten dazwischen, sie sind nie die günstigste Wahl, aber auch nie die teuerste Wahl

Ab CHF 2’400 Krankheitskosten ergibt sich vorerst kein Unterschied mehr in Differenzen bei den Gesamtkosten mehr. Pro Krankheitskosten von CHF 100 steigen die Gesamtkosten um CHF 10 (bedingt durch den Selbstbehalt von 10%) an. Erst bei Erreichen des maximalen Selbstbehaltes von CHF 700 (bei der 300er Franchise bei Krankheitskosten von über CHF 7’300) steigen die Kosten nicht mehr weiter an:

vergleich-kosten-franchisen-10k

Im schlechtesten Fall, wenn man z.B. eine teure Operation über sich ergehen lassen muss, bezahlt man mit der höchsten Franchise CHF 766 mehr als mit der tiefsten Franchise. Dies entspricht 16% höheren Kosten. Andererseits spart man, wenn man ein Jahr lang gesund ist und die 2’500er Franchise gewählt hat, wie erwähnt CHF 1’434 oder rund 40% gegenüber der 300er Franchise.

Die Tabelle stellt die Gesamtkosten (Krankenkassen-Prämie, Franchise und Selbstbehalt) abhängig von der gewählten Franchise für beispielhafte Krankheitskosten dar:

krankenkasse-franchise-kosten-wahl-tabelle

Lesebeispiel: Bei Arztkosten von CHF 1’000 bezahlt man mit der 300er Franchise insgesamt CHF 4’020, mit der 2’500er Franchise bezahlt man insgesamt CHF 3’216. Aus der Tabelle ist auch ersichtlich, dass bei Krankheitskosten unter CHF 2’000 die Franchisestufe 2’500 zu den tiefsten Gesamtkosten führt. Bei Krankheitskosten von CHF 2’000 oder mehr fährt ein Krankenversicherter mit der tiefste Franchsisestufe am günstigsten.

Franchise: Entweder 300er oder 2’500er wählen

Aus den Darstellungen oben wird klar, dass sich der Krankenversicherte eigentlich nur zwischen der 300er und der 2’500er Franchise entscheiden muss. Mit den anderen Franchisen fährt er nie am günstigsten.

Empfehlung Wahl der Krankenkassen-Franchise

Wir leiten aus der obigen Analyse folgende Empfehlungen für die Wahl der Franchise bei der Grundversicherung ab:

  • Wer im nächsten Jahr mit hohen Krankheitskosten von CHF 2’000 oder mehr rechnet, sollte sich für die 300er Franchise entscheiden
  • Wer sich gesund fühlt, sollte auf jeden Fall die 2’500er Franchise wählen
  • Wer mit Krankheitskosten von rund CHF 2’000 rechnet, soll sich überlegen, was ihm mehr wert ist: Entweder mit der 2’500er Franchise im besten Fall gegenüber der 300er Franchise CHF 1’434 einsparen oder im schlechtesten Fall CHF 766 mehr bezahlen

Die höchste Franchise ist also für gesunde Personen die beste Wahl. Man sollte aber beachten, dass man im Falle einer unerwarteten hohen Krankheitsbehandlung in der Lage sein muss, Arztrechnungen über 2’500 kurzfristig bezahlen zu können. Unser Tipp für gesunde Leute, die über ein knappes Budget verfügen ist deswegen, das durch die hohe Franchise gesparte Geld als „eiserne Reserve“ beiseite zu legen.

Prüfen Sie jetzt, wie sich ein Wechsel der Franchise auf Ihre Krankenkassen-Prämie auswirkt.


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