Hauskauf: Mehr echte Eigenmittel erforderlich

Hauskauf: Mehr echte Eigenmittel erforderlich
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Auf Druck aus der Politik haben sich die Banken endlich “freiwillig” dazu entschlossen, bei der Vergabe von Hypotheken zurückhaltender zu sein. Dies gab die Schweizerische Bankiervereinigung am 01.06.2012 bekannt. Die neuen Mindestanforderungen dieser Selbstregulierung wurden bereits von der Finanzmarktaufsicht (FINMA) anerkannt.

Um was geht es dabei? Grundsätzlich um nichts Neues. Die Banken wollen sich aber zukünftig wirklich an folgende Regeln bei der Kreditvergabe halten:

  • 10% eigene Mittel, welche nicht aus der 2. Säule (Pensionskasse) stammen
  • Reduktion der Hypothek auf 2/3 des Belehnungswertes innerhalb von 20 Jahren

Eine Hintertür lassen sich die Banken dennoch offen. Sie können auch “schlechteren Schuldnern” Hypotheken anbieten. Werden die obigen Regeln aber nicht eingehalten, dann müssen sie den Kredit mit mehr Eigenkapital hinterlegen (was nicht in ihrem Interesse ist und den Kredit verteuert).

Diese neuen Regeln unterscheiden sich kaum von der “Theorie”, den “goldenen Finanzierungsregeln” aus der Vergangenheit. In der Vergangenheit gingen aber einige Banken sehr nachsichtig damit um. So gab auch Fälle, wo Personen ohne selbst und freiwillig angespartes Eigenkapital einen Hypothekarkredit erhielten. Mit dieser Praxis (Hauskauf alleine mit Eigenkapital aus der Pensionskasse) dürfte jetzt Schluss sein.

Aber was bedeuten diese neuen Regeln für Hausbesitzer?

Erstens gelten die Regeln erst ab 01.07.2012, mit einer Übergangsfrist von 5 Monaten. Das bedeutet dass Fälle von Personen, welche vor dem 1. Juli für einen Kredit angefragt haben und diesen vor dem dem 1. Dezember 2012 abschliessen, nicht betroffen sind.

Weiter sind auch Verlängerungen von bestehenden Hypotheken oder Ablösungen bei gleichbleibendem Kreditbetrag nicht betroffen. Die Selbstregulierung betrifft somit in erster Linie das Neugeschäft. Bestehende Hypothekarschuldner müssen also nicht befürchten, dass ihnen deswegen die Hypothek gekündigt wird.

Werden deswegen die Preise für Immobilien in der Schweiz sinken?

Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Durch die Minimalanforderung bezüglich Eigenkapital werden in Zukunft einige potenzielle Hauskäufer keinen Kredit mehr erhalten. Somit wird durch diese beschlossene Massnahme die Nachfrage nach Wohneigentum reduziert. Ob deswegen die Preise sinken, können wir nicht vorhersagen. Sie werden zumindest weniger stark steigen, als ohne die Massnahme der Fall gewesen wäre.

 

 

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