Stephan Tchen: Reichtum ist ein Exponent: Gute Menschen, schlechte Menschen?

Stephan Tchen: Reichtum ist ein Exponent: Gute Menschen, schlechte Menschen?
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Stephan Tchen darüber, ob man mit Geld aus schlechten gute Menschen machen kann.

Anyone can be great with money. With money, greatness is not a talent but an obligation. The trick is to be great without money. (Quelle)

Übersetzt heisst das: “Jeder kann gross sein mit Geld. Mit Geld ist Grösse kein Talent, sondern eine Pflicht. Die Kunst ist es, ohne Geld gross zu sein.”

“Reiche Menschen sind gute Menschen, arme Menschen haben nicht so viel geleistet und haben somit weniger Grösse.” Jetzt habe ich gerade die Worte vieler Menschen zitiert, wenn es um Armut und Reichtum geht. Die Diskussion, dass die Reichen besser sind als die Armen, ist sehr umstritten. In diesem Forum-Post wird heftig darüber diskutiert, oder auch gespamt kann man sagen: Sind arme Menschen weniger wert als reiche Menschen?

Ich habe mal darüber nachgedacht. Nach ein bisschen ‘out of the box’-Thinking kam ich zu einem folgenden Ansatz: Der Reichtum ist nur ein Exponent. Der Mensch ist die Basis.

Bitte beachten Sie, dass dies nur ein von mir mathematischer Ansatz ist. Es geht wieder nur ums Prinzip. Die Zahlen werden weder etwas beweisen, noch die exakte Realität darstellen. Es ist eben nur ein Ansatz.

Für diejenigen, die sich mit Mathematik nicht unbedingt befreunden können, habe ich unten eine Grafik. Hier noch ein Link zu Wurzeln und Potenzen.

 

Was bedeutet dies genau?

Jeder Mensch hat eine Basis. Diese setzt sich zusammen aus deren Werten, vor allem aus den inneren Werten wie Persönlichkeit, Lebenseinstellung, Ambitionen, Charakter im Allgemeinen und den persönlichen Zielen im Leben. Die äusseren Werte wie Aussehen kommen in Bezug auf dieses Thema nicht so zur Geltung.

Konkreter? Wie wollen wir gute und schlechte Menschen unterscheiden? Wir kommen also wieder zum Schluss, dass alles wieder subjektiv ist – Wann ist der Mensch gut?. In diesem Post versuchen wir alles zu verallgemeinern. Sagen wir es mal so:

  • Jemand, der die Gesellschaft hasst, überall randaliert, keine Ambitionen hat im Leben etwas zu erreichen und nicht bereit ist sich persönlich oder sonst wo weiterzuentwickeln, gilt als schlecht. => einer, der nicht weiss, was er macht.
  • Gut ist jemand, der dem Gegenteil des oben genannten Charakters entspricht. “Gut ist der, der Gutes tut”, den Spruch kennen Sie. => einer, der weiss, was er macht.

Natürlich ist es immer im Auge des Betrachters, ob jemand gut oder schlecht ist. Ein Schwerverbrecher ist wahrscheinlich für jeden ein schlechter Mensch. Ein Kokain-Dealer hat auch nicht gerade den viel besseren Ruf. Was ist aber dann der CEO von Marlboro? Er hat es im Berufsleben ohne Zweifel weit gebracht und bildet sich ständig weiter. Allerdings kann man es auch so sehen: Er ist ein ausgezeichneter CEO, der weiss wie man ein Geschäft profitabel macht. Aber er macht viele Leute abhängig von Zigaretten und hat auch einen gewissen Anteil daran, dass sich bei gewissen Menschen ein Schuldenberg anhäuft.

 

Der Exponent

Kommen wir jetzt zum Punkt, also zum Exponent. Jeder Mensch hat eine andere Basis – eine Zahl. Je besser der Mensch, umso höher seine Zahl. Die goldene Mitte zwischen gut und schlecht ist die Zahl 1. Schlechtere Menschen bekommen eine Zahl kleiner als 1. Diese Zahl wird potenziert mit dem Reichtum, was wiederum eine Zahl ist. Je höher der Reichtum, umso höher die Potenz.

Ein Beispiel: Wir nehmen an alle hätten gleich viel Geld; der Exponent 7 wird hier benutzt. Wie gut oder wie viel Wert haben dann diese Menschen (in Zukunft)? (Es geht hier eher um das Potenzial verschiedener Menschen).

In der oberen Grafik haben wir Werte für Menschen mit verschiedener Basis, wenn der Exponent 7 ist. Die x-Achse zeigt die Basis an, die y-Achse den Wert. Sie sehen, dass Leute mit einer höheren Basis zu einem höheren Wert kommen. Bei logischer Überlegung steigt der Wert bei Leuten mit einer Basis höher als 1 überlinear an. Bei Leuten mit einer Basis von kleiner als 1 fällt der Wert unterlinear. In der nachfolgenden Grafik sehen Sie den Verlauf der Kurve mit der Basis 0.9. Die Funktion ist degressiv sinkend:

Im Gegensatz zur untenstehenden Grafik mit der Basis von 1.25 steigt die Funktion progressiv:

Somit ergibt sich Folgendes:

“Gute” Menschen werden mit steigendem Einkommen exponenziell “besser”. “Schlechte” Menschen werden mit steigendem Einkommen immer wie “schlechter”.

Ich schäme mich schon fast “gute Menschen” und “schlechte Menschen” zu sagen. Offensichtlich haben Sie das gemerkt, sonst hätte ich es wohl nicht in Klammern geschrieben.

 

Der Grundgedanke dahinter

Stellen Sie sich vor, es gewinnen zwei Leute im Lotto. Einer davon zählen Sie zu den guten Menschen, der andere zu den Schlechten. (Erinnerung: Lotto spielen lohnt sich nicht).

Wie würden sich diese zwei Personen verändern? Der gute Mensch ist klug genug, um trotz des Reichtums auf dem Boden zu bleiben. Der schlechte Mensch tendiert dazu, verschwenderisch, hochnäsig und schuldenanfällig zu werden. Gute Menschen wissen einfach besser Bescheid, was mit dem Geld anfangen.

Ein mögliches Verhalten des Guten nach dem Lottogewinn könnte so aussehen:

  • Er investiert sein Geld gewinnbringend in diversen Anlagen.
  • Er sichert sich und seine Familie ab, indem er eine Lebensversicherung abschliesst.
  • Er investiert womöglich in seine Zukunft, in Form von Ausbildungen, welche oft mit hohen Kosten verbunden sind.
  • Er zieht mit seiner Familie in eine schönere Wohnung, die er sich langfristig leisten kann.
  • Er leistet sich einige Luxusgüter.
  • Er spendet wahrscheinlich den einen oder anderen Cent bei einer Organisation. (Ich habe doch gesagt, der Gute tut was Gutes).
  • Er geniesst sein Leben ohne finanzielle Sorgen.

Ein mögliches Verhalten des Schlechten nach dem Lottogewinn könnte so aussehen:

  • Er kauft Luxusgüter ein, oftmals ein teures Auto, was ja verständlich ist.
  • Er zieht in eine moderne Wohnung, die er nach spätestens zehn Jahren nicht mehr bezahlen kann, weil er mit seinem Lohn (wer sagt, dass er noch arbeiten wird?) nicht fähig ist, seine monatlichen Kosten zu bezahlen.
  • Er kündigt seinen Job und ist stolz auf sein Geld.
  • Er kauft sich eine Ferienvilla ohne zu wissen, was für Kosten auf ihn zukommen könnten.
  • Er geht ins Casino ohne zu realisieren, dass er ein grosser Fisch ist.
  • Er verjubelt sonst irgendwie seinen ganzen Lottogewinn.

Anhand dieser zwei Beispiele sieht man, dass der Gute mit Hilfe des Reichtums noch intelligenter wird, der Schlechtere aber danach noch schlechter dasteht als vorher. Selbstverständlich gebe ich zu, dass bei den Beispielen übertrieben wurde. Es geht wieder nur ums Prinzip. Tatsächlich gibt es Lottomillionäre, die erst nach dem Lottogewinn in Schulden fallen, vorher aber ein ganz normales Leben geführt haben. Oder auch verschuldete Leute, die eine lange Zeit nach dem Gewinn, noch mehr Schulden haben. Wir können hier natürlich nicht direkt von schlechten Leuten reden. Es gibt leider Leute, die ihre Finanzen einfach nicht im Griff haben.

 
Veröffentlicht am 25.07.2013
Autor: Dieser Beitrag wurde von Stephan Tchen verfasst.

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